Entstehungs­geschichte des Konduktiven Förder­angebotes in Niebüll

Die beteiligten Eltern suchten fachliche Unterstützung bei der Versorgung, Erziehung und Förderung ihrer 3 bis 4-jährigen schwer mehrfachbehinderten Kinder. Sie hatten erfahren, dass so genannte additive Methoden wie Krankengymnastik plus heilpädagogische Frühförderung plus ggf. Ergotherapie plus ggf. Logopädie durch verschiedene Personen an unterschiedlichen Orten den Entwicklungsmöglichkeiten unserer Kinder nicht gerecht wurden.

Die Kinder brauchten regelmäßige Kontakte zu anderen Kindern, um mit ihnen in der Gruppe spielerisch zu lernen. In den jeweiligen Frühförder- und Sonderkindergartengruppen waren sie als ‚besonders schwere Fälle‘ Außenseiter unter mehrheitlich mobilen, primär lernbeeinträchtigten Kindern und würden dies voraussichtlich bleiben.

Die alltäglichen und z.T. sehr mühsamen Aufgaben wie Essen, Trinken, Körperpflege, Sauberkeitserziehung, Spielen und die Förderung aktiver Fortbewegung sollten genutzt werden, um die Kinder gezielt bei der Entwicklung zunehmender Eigenaktivität zu unterstützen.

Die Gruppe traf sich zunächst 1mal wöchentlich für 3 Stunden. Wir durften die Räume der Lebenshilfe e.V. später des Montessori Kinderhauses in Niebüll nutzen. Mit Unterstützung der Christof-Husen-Stiftung konnten bereits Ende 1992 Pritschen, Leitern, Haltegriffe, ein Therapietrampolin usw. beschaft werden. Das Programm bestand aus groß- und feinmotorischen, spielerischen Lerneinheiten, einer gemeinsamen Mahlzeit sowie Transfers mit größtmöglicher Eigenaktivität der Kinder. Ab 1995 trafen wir uns 2x wöchentlich, um auch Dehnungsübungen, Trampolin- und Schwimmtraining regelmäßig durchzuführen.

Für Eltern, die ihr Kind zur Konduktiven Förderung ‚abgeben‘ wollten, war die Gruppe nicht interessant. Für uns stand gemeinsames Lernen im Vordergrund und es gab kaum Fluktuation. 

Mit Eintritt der Kinder ins Schulalter erschien es nicht mehr sinnvoll, dass die Eltern weiterhin regelmäßig in der Gruppe mitarbeiteten. Graduelle Distanzierung der Eltern-Kind-Beziehung in dieser Phase ist ein natürlicher, sinnvoller Prozess und die Mütter brauchten Entlastung.

1996 gründete ich, Rebecca Albers, die Konduktiv Mehrfachtherapeutische und Psychologische Praxis Niebüll. Nach und nach wurden interessierte junge Menschen als Konduktive Gruppenassistenten eingearbeitet. Die Eltern übernahmen seltener und nun primär zur eigenen Anleitung den so genannten Elterndienst.

Bis ins Erwachsenenalter ihrer Kinder nahmen die Eltern und Mitarbeiter an monatlichen Teamabenden und regelmäßigen Workshops zum Transfer der hier erarbeiteten alltagspraktischen Fähigkeiten teil.

Das Förderangebot wurde ausgebaut und wird ständig weiterentwickelt. 1996 gründete Rebecca Albers, Diplom-Psychologin und Konduktorin, die ‚Konduktiv Mehrfachtherapeutische und psychologische Praxis‘.

Ab 2004 führten wir Intensivförderfreizeiten mit allen unseren und weiteren externen KlientInnen durch. 2014 startete die Konduktive Tagesbetreuung, 2016 das ambulant betreute Wohnen. 

2007 zogen wir in die Jugendherberge Niebüll um, 2014 in das Förderzentrum Südtondern, 2022 in die neu erbaute Immobilie Haus KoMeT.

Mit beteiligten Fachkräften, Ärzten, Orthopädiemechanikern usw. arbeiten wir eng zusammen. Durch Informationsveranstaltungen, Workshops und auch in Rechtsstreiten setzen wir uns erfolgreich für die Anerkennung, Verbreitung und Finanzierung Konduktiver Förderung im Rahmen der Eingliederungshilfe ein.

Kontakt

Haus KoMeT gGmbH (Büro)
Ulmenweg 3
25899 Niebüll

Tel. 04661 – 9569680
Mail: info (at) haus-komet.de

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