Methode - Charakterisierung der koduktiven Förderung

Konduktiv: zusammen- / hin- / weiterführen und nützlich
Zielgruppe: Menschen mit cerebral bedingten sensorischen, motorischen oder Mehrfachbehinderungen aller Altersgruppen
Ziel: die möglichst bewusste und selbstgesteuerte Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit

auf Basis sozial-emotionaler Kompetenz wird angestrebt:

• Erreichen und Erhalten einer möglichst hohen Lebensqualität
• größtmögliche Unabhängigkeit von Personen und Hilfsmitteln
• möglichst autonome Nutzung von Fähigkeiten und Ressourcen,
• auf die Entfaltung individueller Potenziale hinzuarbeiten
• eine weitestgehend selbständige Lebensführung
• Erhalt und Ausbau der Bewegungsfähigkeit
• Integration in Regelkindergarten oder Schule,
• aktive Integration in bzw. Teilhabe an der Arbeitswelt und
• aktive Integration in das soziale Umfeld als Eigenbeitrag zur Inklusion

Lernprinzip: komplexes und kompetenzorientiertes Erlernen und Automatisieren funktionaler Bewegungs- und Verhaltensweisen, d.h.

sensomotorische, kognitiv-sprachliche, kreative und psychosozial-emotionale Dimensionen der Persönlichkeitsentwicklung sowie alltagspraktische Fähigkeiten werden jederzeit, gleichzeitig und gleich gewichtet gefördert 

didaktische Mittel:

• Person der KonduktorIn - transdisziplinäres Konduktives Team
• Gruppe
• strukturierter Tages-/ Programmablauf
• rhythmisches Intendieren und multisensorielle konduktive Fazilitation
• multifunktionale Hilfsmittel

Grundsätze bei der Durchführung jeder Aktivität:

• mentale Vorbereitung und Begleitung,
• korrigierte Ausgangsposition
• angemessenes Tempo und
• angemessener Krafteinsatz

Einflussfaktoren auf die individuellen Zielsetzungen und den Effekt Konduktiver Förderung:

• Art und Schwere der Behinderung, vorhandene Begleiterkrankungen
• Persönlichkeit der KlientIn (Motivierbarkeit, bereits aufgebaute Lern-/ Leistungsbereitschaft, individuelle Ressourcen ...)
• Zeitpunkt des Förderungsbeginns nach Eintreten der Hirnschädigung
• Kooperationsbereitschaft des familiären, sozialen Umfeldes
• Quantität der Fördereinheiten / Ressourcen des Konduktiven Leistungsanbieters

fachlicher Anspruch:    
Kompensation der Auswirkungen einer cerebrale bedingten Beeinträchtigung auf die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit insbesondere hinsichtlich der Fähigkeit zur Alltagsbewältigung und Selbstbestimmung

Praxisfelder: Konduktive Einrichtungen / Praxen, Reha-/ Kinder- Kliniken, SPZ und Frühförder-einrichtungen, Sonder- Kindergärten, Förder-/ Sonder- Schulen, Tages-/ Werkstätten, Freizeitzentren, ambulante / stationäre Pflegedienste etc.

Indikationsstellung: sowie Feststellung des Förderbedarfes erfolgen bei der Konduktiven Erstuntersuchung durch eine dazu autorisierte KonduktorIn in Zusammenarbeit mit einem Arzt unter Berücksichtigung vorliegender ärztlicher Befunde und Entwicklungsberichte.

Die KonduktorIn verfügt über Grundwissen aus den genannten Disziplinen, das für die Förderung von Menschen mit cerebral bedingten Behinderungen relevant ist.
Wesentlicher Inhalt ihrer Ausbildung ist die Befähigung zur Konduktiven Interaktion und Fazilitation, zur zieldienlichen Steuerung von Entwicklungs- und Lernprozessen.

Die KonduktorIn / das Konduktive Team verwirklicht jederzeit die Einheit von Erziehung, Bildung, Therapie und Selbsthilfe-Training im Re-Habilitationsprozess.

 

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